sur vindaloo (scharf-saures schwein aus goa)

goa war seit anfang des 16. jahrhunderts unter portugiesischer kolonialherrschaft. im zuge der missionierung durch die jesuiten gewann der katholizismus dort massiven einfluss – das erklärt die in der indischen küche ansonsten völlig unübliche verwendung von schweinefleisch.

vindaloo ist ein standardgericht der indischen restaurantküche – und mein meistgekochtes indisches gericht. geht schnell, schmeckt hervorragend und ist bösartig scharf.

das rezept ist eine abwandlung der version, die ich im leider inzwischen stillgelegten inder-finder-kochblog gelernt habe.

beim kochen hört man am besten südindische karnatak-musik von u.srinivas.

maßangaben: bei „löffeln“ ist immer ein gehäufter löffel gemeint.
(ausser beim essig, da wäre das sehr schwierig).

zutaten für 4 hungrige personen
600g schweinefleisch (lungenbraten oder schnitzel)
600g festkochende kartoffeln, geschält & geviertelt
2 große zwiebeln, grob gehackt
6 mittelgroße knoblauchzehen, fein gehackt
3cm ingwer, fein gehackt
200ml hühnersuppe oder wasser mit suppenwürfel
4 EL weissweinessig
4 EL ghee oder butterschmalz
1 dose (450ml) geschälte tomaten

gewürze
1 EL palmzucker (oder braunen rohrzucker)
chilipulver nach gusto – mindestens aber 1 TL
1 EL (kein tippfehler. esslöffel. ernsthaft.) schwarzer pfeffer, frisch gemahlen
2 TL koriandersamen, geröstet und gemahlen
2 TL kreuzkümmel, geröstet und gemahlen
2 TL fenchelsamen, geröstet und gemahlen
1/2 dünne zimtstange, ganz
3 gewürznelken, ganz
3 lorbeerblätter
1 TL schwarze senfsamen, ganz
1 TL kreuzkümmel, ganz

2 EL ghee in einer großen pfanne erhitzen
zwiebeln hinzufügen und unter großer hitze 1 min rösten
knoblauch & ingwer hinzufügen und weiterrösten
alle gemahlenen gewürze mit ausnahme des pfeffers hinzufügen.
zucker hinzufügen und leicht karamelisieren lassen.
hitze ein wenig reduzieren und alles braten, bis die zwiebeln weich sind

alles im mixer pürieren, bis eine feine paste entsteht.

2 EL ghee in der selben pfanne erhitzen, zuerst ganzen kreuzkümmel, dann ganze senfsamen dazu.
wenn die senfsamen zu poppen beginnen, schwein hinzufügen und unter ständigem rühren bei großer hitze anbraten.
nach ca. 3 minuten salzen und gemahlenen pfeffer hinzufügen.
weiterbraten, bis das schwein farbe nimmt, dann aus der pfanne nehmen und zugedeckt beiseite stellen.

zwiebelpaste in die pfanne, kurz unter großer hitze anbraten.
zimt, lorbeerlaub und nelken hinzufügen.
kartoffeln dazu und kurz unter ständigem rühren rösten.
essig hinzufügen und aufkochen lassen.
ordentlich salzen.
mit suppe aufgiessen und auf großer stufe aufkochen lassen.

dosentomaten im mixer fein pürieren und hinzufügen.
(„und warum nimmt man da nicht gleich Tomatenmark?“ fragen Sie mich jetzt sicher.
„weil ich finde, dass die frisch pürierten besser schmecken und sämiger sind. kann aber einbildung sein“ sag ich darauf.)

ordentlich salzen.
hitze reduzieren und ca. 15min zugedeckt auf kleiner stufe köcheln, bis die kartoffeln fast weich sind.

schwein und ausgetretenen fleischsaft hinzufügen.

auf mittlerer stufe ohne deckel nochmals ca. 15 minuten köcheln, öfters umrühren.
wenn die sauce zu flüssig ist, eine kartoffel herausnehmen, mit der gabel fein zerdrücken und wieder hinzufügen.

mit basmati-reis servieren.
auf wunsch mit frischem koriander garnieren.
aufgewärmt ist’s noch besser.

addendum:
dazu passt spritziger weisswein, zwickl oder weizenbier.
funktioniert auch hervorragend mit huhn – dann aber statt essig zitronensaft nehmen.

mahlzeit!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s